Wer wir sind

Wie ich zu meiner Leidenschaft fand

Es ergab sich vor langer Zeit, da fand ich einen Klumpen Lehm in einem heimischen Kieshaufen. Ich war ca. 8 Jahre alt, untersuchte das Material und formte daraus einen Bärenkopf. Mit einigem Geschick beförderte ich das gute Stück in die Schulausstellung „ Die Messe der Meister von Morgen“ und beobachtete das Publikum, wie es die einzelnen Exponate wahrnahm und war sehr zufrieden mit der Resonanz. Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen und ich hatte mich selbst zu formen, was mit Hilfe von Familie, Freunden und verschiedenen glücklichen und auch weniger glücklichen Lebensumständen gelungen ist.

Mein eigener Weg

In mir reifte seit einigen Jahren der Gedanke mit der eigenen Selbständigkeit, aber hatte ich wirklich das Zeug dazu?? Wahrscheinlich hätte ich das bis heute nicht herausgefunden, wenn mein letzter Chef und seine Frau sich nicht entschieden hätten, ihren Laden lieber ohne mich zu schmeißen. Um nicht ernsthaft zu erkranken, habe ich entschieden, jetzt meinen Weg zu gehen; die eigene Chefin zu sein, den eigenen Stress zu haben, eigene geschäftliche Entscheidungen zu treffen, auf die eigene Nase zu fallen, eigene Probleme zu lösen und meinen eigenen Laden zu schmeißen. Ich war gut in Form.

RAKURITÄT

Einer meiner glücklichen Lebensumstände war die Ausbildung zur Ergotherapeutin Mitte der Neunziger Jahre. Ohne eine Vorahnung bekam ich es wieder mit meinem Material aus dem Kieshaufen zu tun und ich lernte im Ansatz den richtigen Umgang damit. Nach einigen Unterrichtseinheiten hatte diese Masse mich und ich diese Masse fest im Griff. Mir erschlossen sich unendliche kreative Möglichkeiten und bis heute geht es nicht ohne. Ich habe mein Medium gefunden.

Was mache ich nun und warum läuft der Laden nur so gut? Ich habe einen, wie ich finde, sehr originellen Namen gefunden, der dem aufmerksamen Kunden Rätsel aufgibt. RAKURITÄT, darin stecken: Raku, Kuriosität, Rina, Originalität, Rarität. Auch kann ich immer mit der Unterstützung der Familie rechnen, seit 2016 schmeißen mein Mann Ingo und ich zusammen das Geschäft und sind nun dabei, ein traditionelles Familienunternehmen in erster Generation aufzubauen.

Unser Laden ist so flexibel wie das Material, welches wir bearbeiten. Wir stellen her und verkaufen, wir lassen verkaufen, wir verkaufen Zuhause oder auf Märkten. Wir geben verschiedene Kurse: Formen oder Glasieren und Brennen, Zuhause und unterwegs.

Gut in Form

Mit den klassischen Medien wie Zeitung und Fernsehen hatten wir bisher immer großes Glück, sie kamen auf uns zu und bescherten uns gute Erfolge. Der erste Artikel erschien im Juni 2012, daraufhin bekamen wir drei Wochen fast täglich Besuch von Kunden. Im Jahr 2015 waren wir mit den Rakuritäten der Aufmacher für die jährliche Veranstaltung „Tag der offenen Töpferei“ in einem Fernsehbeitrag des NDR, daraufhin kamen an einem Wochenende ca. 700 Kunden zu uns und kauften den Laden fast leer.

In meinem heutigen imaginären Kieshaufen befinden sich noch einige zu bearbeitende Ideen-Klumpen. Von einigen weiß ich, dass sie da sind und andere liegen noch im Verborgenen, ich bin gespannt und freu mich drauf und bin gut in Form.

Hier kannst du dir meinen Film zum 3. Jahrestag anschauen.
Er ist mit genau so viel Liebe entstanden wie all unsere Rakuritäten!