Was ist Raku?

RAKU – alte japanische Brenntechnik

Unsere Variante:

Die bei 950 Grad gebrannten Figuren werden mit Raku-Glasuren versehen und nach einer Trocknungszeit in den mit Gas befeuerten Raku-Ofen gestellt. Nun wird dieser auf ca. 1000 Grad hochgeheizt, durch einen Blick in den Ofen sehen wir, ob alle Glasuren glattgeschmolzen sind. Ist nach dem Sichtbefund alles gut, beenden wir dir Gaszufuhr und holen nach und nach die glühenden Teile mit langen Zangen aus dem Ofen. Für einen Moment kühlen die Figuren an der frischen Luft ab, dann werden sie in einen ausrangierten Windeltopf mit Sägespänen befördert. Die Sägespäne entzünden sich, alles brennt, raucht und stinkt. Sind alle unsere Schätze im Topf, kommen noch einmal Späne drauf und der Topf wird verschlossen. Auf diese Art erreichen wir immer wieder spannende und nicht vorhersehbare Brennresultate wie z.B. dunkel eingeräucherte Haarrisse in der Glasur oder lüsterne Metalleffekte. Abschließend, nach der ca. 20minütigen Räucherphase, wartet eine erfrischende Reinigungsprozedur mit Metallschwämmen, Topfkratzern und Zahnbürsten auf die Figuren. Fertig. Cool.

Der Ton

Da die Figuren durch die Brennweise kräftige Temperaturschocks unbeschadet überstehen müssen, ist die Raku-Masse sehr grob schamottiert, mit einer Körnung von 0,5-1,5 mm, bei cirka 30 – 40 Prozent Schamott-Anteil.

Wir verwenden meist 9M und 9GS von Carl Jäger. Im Laufe der letzten 22 Jahre haben sich diese beiden Tonmischungen für unsere gewollten Ergebnisse als absolut zuverlässig erwiesen.

Die Masse wird von uns aufgebaut, nicht gedreht oder gegossen. Für uns ist dass Aufbauen die freieste und kreativste Gestaltungsform mit dem Material.

Natürlich haben auch wir hin und wieder Verluste zu beklagen. So kann es zum Beispiel durch Lufteinschlüsse oder Feuchtigkeit zu Explosionen im Brennofen kommen, Teile könne aus der Zange rutschen oder auch einfach aus der Hand fallen.

Die Glasur

Raku-Glasuren schmelzen zwischen 800 °C und 1000 °C (Niedrigbrand). Die Glasuroberfläche reißt durch den Abkühlungsprozess beim Herausnehmen, wodurch die krakelierenden Risse in der Glasur entstehen. Den genauen Krakelee-Verlauf können wir allerdings nicht in sehr großem Maß beeinflussen. Das wird durch die verschiedensten Komponenten dirigiert: Ton, Form der Scherben, Materialstärke, Luftfeuchtigkeit, Windstärke, Außentemperatur und jede Menge Geduld. Raku ist eine Brenntechnik, die viel Lehrzeit und Übung bedarf. Dabei verwenden wir derzeit fast nur Fertigglasuren von Keramik-Kraft, Carl Jäger, Lehmhus

Im Moment experimentieren wir aber auch mit eigenen Glasuren, um dadurch unser Ergebnis lebendig zu verändern.